Winfred Bogdahn - Eine zentrale und prägende Figur

Winfred Bogdahn, 2002

Die Lichtenfelser SPD in den 1990er-Jahren

Der SPD Ortsverein Lichtenfels wurde in den 1990er-Jahren durch den ersten Vorsitzenden Winfred Bogdahn geprägt. Winfred Bogdahn war schon seit 1981 Vorsitzender des Ortsvereins, mit seiner Wahl zum Lichtenfelser Bürgermeister gab es für die Lichtenfelser SPD einen neuen Impuls und auch eine neue Blickrichtung in der politischen Arbeit.

Eine zentrale und prägende Figur
Winfred Bogdan war für die SPD schon seit Anfang der 1970er-Jahre aktiv. Zeitweise arbeitete er für den Landtagsabgeordneten Otto Schuhmann und organisierte für Landrat Helmut Walter die Wahlkämpfe. Von 1981 bis ins Jahr 1999 führte er als Vorsitzender den Ortsverein Lichtenfels. Ab 1984 war Winfred Bogdahn Mitglied des Stadtrates.

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Wortgefechte im Stadtrat und Weichenstellungen für die Zukunft

Vorstandschaft 1981
Obermain Tagblatt, 1981

Die Lichtenfelser SPD in den 1980er-Jahren

In den 80er-Jahren kommt es mit dem Auftreten der Grünen zu einer Verschiebung innerhalb der Parteienlandschaft. Doch nicht nur personell oder im Rahmen einer zusätzlichen Fraktion in Landtagen oder im Bundestag hinterlassen die Grünen Eindruck. Auch auf kommunaler Ebene treten die originären Themen der Grünen stärker in den Vordergrund. Bei der Diskussion um die Erweiterung eines Steinbruchs spielen bei der SPD nun auch ökologische Fragestellungen eine Rolle. Verkehrskonzepte und Wegeführungen sollen den Bürger durch Lärm oder Schmutz nicht mehr belasten als zuvor. Auch bei dem Widerstand gegen die Erweiterung des Lichtenfelser Flugplatzes unterstützte der Ortsverein die Bürgerinitiative und teilte ausdrücklich auch die ökologischen Bedenken. Und nicht zuletzt wurde die Rolle der Frau in der Gesellschaft und in der Politik von der SPD aktiv angegangen. Bereits damals wurden Quoten vereinbart, die auch auf lokaler Ebene mehr Frauen in die Politik bringen sollte. Ein hehres Ziel, das bis heute in Lichtenfels und dem männerdominierten Stadtrat unerfüllt scheint.

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Zwischen Tradition und Neuanfang

SPD Vorstand 1975
Obermain Tagblatt

Die Lichtenfelser SPD in den 1970er-Jahren

Der Ortsverein der Lichtenfelser SPD befand sich in den 1970er-Jahren in einer Umbruchphase. Zahlreiche Mitglieder begleiteten den Ortsverein schon seit vielen Jahrzehnten und hatten sich in den 50er- und 60er-Jahren stark eingebracht. Doch im Verlauf der 1970er-Jahre stoßen immer mehr junge Genossen dazu, die teils recht schnell in verantwortliche Position kommen. Namentlich erwähnt sei hier vor allem Peter Dietz, der den langjährigen ersten Vorsitzenden Heinrich Scherer beerbte und mit neuen Impulsen die Arbeit des Ortsvereins maßgeblich veränderte. Neben Peter Dietz gibt es noch eine Vielzahl an Namen, die den Lichtenfelser, aber auch den Schneyer Ortsverein als Neumitglieder verstärkten. Ob diese Entwicklung auch mit der Wahl Willy Brandts zum Bundeskanzler zu tun hatte, ist spekulativ. Eine gewisse Verbindung zu den 68ern, dem neuen Verantwortungsgefühl der jungen Generation politisch tätig zu werden (beispielsweise bei den Jusos und in den Gewerkschaften) und der veränderten Sicht der arrivierten Politiker der Jugend gegenüber (Willy Brandt: „Mehr Demokratie wagen“), darf man aber sicherlich konstatieren.

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Die Probleme der Nachkriegszeit sind überwunden

SPD Großkundgebung mit Willy Brand
Lichtenfelser Tagblatt

Die Lichtenfelser SPD in den 1960er-Jahren

Die Probleme der Nachkriegszeit sind zu großen Teilen überwunden, die Menschen möchten sich im normalen Leben einrichten und ihre Position bestimmen.

Unsere Genossen, ebenso wie ihre Delegierten in höheren Gremien, wollen nicht mehr nur als „links“, „rot“ oder „nach Ballonmützenmanier“ wahrgenommen werden, sondern als die fortschrittliche Organisation gegenüber den Konservativen.

Unser Ortsverein sieht sich am Anfang des Jahres 1960 mit der Kommunalwahl und dem damit einhergehenden Wahlkampf konfrontiert.

Unser Ortsverein Anfang 1960
Wir finden Anfang 1960 unseren Ortsverein mit 91 Mitgliedern vor.

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Versorgungsprobleme und Wohnungsnot

Willy Hauffe - Spitzenkandidat der SPD 1948

Die Lichtenfelser SPD in den 1950er-Jahren

In den 50er-Jahren sind die Versorgungsprobleme und die Wohnungsnot noch deutlich zu spüren. Die Anstrengungen zum Aufbau und Entwicklung der Stadt und einige Kuriositäten kennzeichnen die Jahre mit den Persönlichkeiten der SPD: Willy Hauffe, Dr. Werner Wittenburg und Erich Hanitzsch. Dabei war Hauffe das erfahrenste Mitglied mit richtungsweisender Kompetenz und Bürgermeisterkandidat der SPD im Jahre 1952. Dr. Wittenburg trat als pointierter Redner hervor, der bei seiner erneuten Wahl 1956 in den Stadtrat die meisten Stimmen aller Kandidaten erhielt. Hanitzsch wurde nach dem Tod von Willy Hauffe 1958 Ortsvorsitzender.

Der Beginn der 50er-Jahre wird im Jahr 1951 durch die 80-Jahr-Feier des SPD-Ortsvereins Schney im September überstrahlt. An drei Tagen feiern 5000 Sozialisten in der Schneyer hochburg. Aus diesem Anlass findet auch die Landesfraktionssitzung der SPD in Schney statt. Festredner ist der Landesvorsitzende Waldmar von Knoeringen, an den sich der Landtagsabgeordnete Herbert Hauffe und der Erste Bürgermeister von Schney, Fritz Eberth, anschließen. Auch der Wahlkampf ist dabei Thema. Im Zusammenhang mit den Versorgungsengpässen dieser Zeit wird der Kartoffelpreis, festgesetzt auf 7,50 DM von der Bundesregierung beziehungsweise 5,20 bis 5,50 DM von der Regierung von Oberfranken, als „unvereinbar mit den Löhnen und Gehältern der breiten Masse der Arbeitnehmerschaft“ sowie Arbeitslosen und Sozialrentnern heftig mit einer Entschließung kritisiert.

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Der demokratische Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg

Herbert Hauffe
Haus der bayrischen Geschichte

Die Lichtenfelser SPD in den Jahren 1945 bis 1950

Im Mai 1945 lag Deutschland am Boden, Städte und Infrastruktur waren weitestgehend zerstört, die Menschen paralysiert durch sechs Jahre Krieg, Not und mehr als ungewisse Zukunftsaussichten. Zwölf Jahre Nazidiktatur hatten zudem sämtliche demokratische Strukturen der Weimarer Republik zunichtegemacht, wobei das Parteienverbot ab 1933 vor allem die Parteien des linken Spektrums getroffen hatte. Mitglieder der SPD und der KPD waren in „Schutzhaft“ genommen, teilweise in Konzentrationslagern interniert worden. Viele der Inhaftierten erlebten das Kriegsende nicht.

Die alliierten Besatzungsmächte – in Süddeutschland, das heißt in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, waren dies die US-Amerikaner – standen nun vor der Aufgabe, die öffentliche Verwaltung und eine demokratische Parteienlandschaft wiederaufzubauen. Die amerikanische Besatzungsmacht verfolgte dabei neben der Entnazifizierung eine schrittweise Demokratisierung von unten nach oben. Primäres Ziel war die Wiederherstellung eines eigenständig funktionierenden, demokratisch legitimierten Verwaltungsapparates, der nur noch der Kontrolle, nicht aber der Mithilfe der Amerikaner bedurfte.

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Der Weg in die Diktatur

Lichtenfelser Tagblatt, 1933

Die Jahre 1930 bis 1933

In den Jahren 1931 bis 1933 befand sich die junge Demokratie der Weimarer Republik in einer Krise, die in der NS-Diktatur endete. Ab März 1930 konnten sich die demokratischen Parteien auf keine gemeinsame Regierung verständigen, sodass sich sogenannte Präsidialkabinette auf Notverordnungen des Reichspräsidenten stützen mussten. In dieser Zeit fanden auch mehrere Wahlen zum Reichstag (September 1930, Juli 1932 und November 1932) und in Bayern eine Wahl zum Landtag statt (April 1932). Die Wahlen brachten eine enorme Steigerung des Stimmenanteils der NSDAP.

Die politische Arbeit der Lichtenfelser Sozialdemokraten war in diesen Jahren von vielen Wahlveranstaltungen und der Auseinandersetzung mit der NSDAP geprägt. Bei den Wahlen erreichte die SPD in Lichtenfels mit Stimmenanteilen zwischen rund acht bis zwölf Prozent schwache Ergebnisse.

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Von der Gründung 1918 bis zum Verbot 1933

Erste Anzeige der SPD Lichtenfels im Lichtenfelser Tagblatt vom 16. November 1918

Die Jahre der Gründung und die 1920er-Jahre

Am 13. November 1918 wurde in Lichtenfels der SPD-Ortsverein gegründet. Der November 1918 war eine Zeit des großen Umbruchs in Deutschland. In diesem Monat ging der Erste Weltkrieg zu Ende, und die Novemberrevolution vom 9. November 1918 brachte den Wechsel von der Monarchie zur Republik. Es war eine Zeit der Unsicherheit, da heftige Auseinandersetzungen darüber bestanden, ob und wie die neue Republik gestaltet werden sollte. Es war auch eine Zeit der großen menschlichen, wirtschaftlichen und sozialen Not nach einem langen, grausamen und verlorenen Krieg.

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Die Entstehung der Chronik

Der rote Faden
Markus Püls

Der SPD Ortsverein Lichtenfels hat bereits in den 1960er Jahren zum 50-jährigen Bestehen erwogen eine Chronik zu erstellen. Weder aus der Feier, noch aus der Chronik wurde etwas. Aus heutiger Sicht sehr schade, weil damals viele Zeitzeugen der ersten Jahre noch gelebt haben.

Im Jahr 1992 hat Ralf Haselmann in seiner Facharbeit am Meranier-Gymnasium Lichtenfels „Das Wiederentstehen der SPD in Lichtenfels nach 1945“ erforscht. Die Erkenntnisse aus dieser Facharbeit sind in unserer Chronik enthalten. Vor 15 Jahren wurden bereits alle bekannten Informationen zur Gründung und der Wiedergründung 1945 zusammengetragen und beim 90-jährigen Jubiläum vorgestellt.

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Roter Faden - Die Geschichte der Lichtenfelser SPD

Die Lichtenfelser SPD besteht seit 100 Jahren.
Generationen von Sozialdemokraten haben die Partei in der Korbstadt getragen. Die Impulse für ihre Arbeit kamen zum Teil von Zugezogenen, die neue Ideen mitgebracht und dafür gekämpft haben, zum Teil von Urgesteinen, die ihre Heimat sozialdemokratisch entwickeln wollten – und von deren Kindern und Enkeln, die im Elternhaus gelernt haben, dass es sich lohnt, sich politisch zu engagieren. Die SPD hat ihnen allen Raum gegeben. Die Genossen haben in den vergangenen 100 Jahren Tiefen erlebt, beispielsweise das Verbot während der Nazizeit. Und sie durften und dürfen sich immer wieder über kommunalpolitische Höhen freuen, beispielsweise zwei Bürgermeister in der jüngeren Geschichte, die die Stadt geprägt haben und sie auch aktuell prägen. Das älteste Mitglied ist fast so alt wie der Ortsverein und kommt in der Chronik ebenso zu Wort, wie Zeitzeugen ab den 1970er-Jahren.

Geschichte der deutschen Sozialdemokratie

Sie ist der Stolz der Deutschen Sozialdemokratie. Die Fahne von 1863

Als Sozialdemokraten blicken wir auf die längste Parteiengeschichte in Deutschland zurück. Darauf sind wir stolz. Nachstehende Links führen zu interessanten Websites zum Thema.

Ein besseres Land kommt nicht von allein